„Es ist das erste Mal, dass ich hier bin. Na ja, nicht ganz: Vor einigen Jahren schon einmal, als der Stammapostel hier gedient hat.“ Mit diesen Worten begrüßte Bischof Jochen Hübner die Gläubigen der beiden Gemeinden Kehl und Renchen zu Beginn des Gottesdienstes, den er am 16. September 2026 in Kehl gehalten hat.
„Der Chor hat von der Liebe gesungen. Was ein schöner Einstieg in einen Gottesdienst“, ging er auf das Lied der Sängerinnen und Sänger ein. Auch wenn er noch gar nicht jeden einzelnen persönlich kennen würde, wäre das Entscheidende doch, dass man spüre: Ich werde geliebt. Bei Gott spüre man etwas, das man sich nicht erklären könne: Er trägt und liebt uns. Es wäre etwas Besonderes, wenn man in eine Gemeinde kommt, die die Liebe nicht nur besingt, sondern anbetet. Wenn man den Vorsteher oder den Dirigenten anbeten würde, würde sich das eigenartig anfühlen und es wäre obendrein schwierig, so etwas zu tun. „Wir beten Gott an – als Gemeinde. Gemeinde ist ein Geschenk, weil dort Gott angebetet wird. Und was ist Gott? Liebe“, führte der Bischof weiter aus.
Grundlage des Gottesdienstes war der Bibelvers aus Lukas 18, 40.41: „Jesus aber blieb stehen und befahl, ihn zu sich zu führen. Als er aber näher kam, fragte er ihn: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Er sprach: Herr, dass ich sehen kann.“
Auf diese biblische Begebenheit bezogen, stellte der Bischof die Frage in den Mittelpunkt: Was würden wir Jesus antworten, wenn er uns fragen würde, was er für uns tun sollte? – Bemerkenswert wäre auch der Ausruf des Blinden, der in Vers 38 zu lesen ist: „Herr, erbarme dich meiner!“ – Eine einfache, aber allumfassende Bitte dieses Mannes, die seinen Glauben an Jesus bezeugt und es Jesus alleine überlässt, für ihn zu handeln – ohne ihn in seinem Wirken etwa „einzuschränken“ mit einer ganzen Liste von Wünschen. Der Blinde ist auch nicht ungehalten worden bei Jesu eigentlich eigenartiger Frage, was er für ihn denn tun sollte; es war doch offensichtlich, dass der Mann blind war und sehen wollte. In dieser Gesinnung mögen auch wir handeln: Jesus wirken zu lassen und als Gemeinde, in Liebe zu Gott und untereinander, gemeinsam die Bitte äußern: Herr, komme bald! -