Bei strahlendem Sonnenschein feierten evangelische, katholische und neuapostolische Christen am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, gemeinsam das Pfingstfest in den Ruinen der St.-Severins-Kapelle in Denzlingen.
Die ökumenische Andacht wurde von Pfarrer Thomas Herrmann (Evangelische Kirche) und Evangelist Christian Sigwarth (Neuapostolische Kirche) geleitet. Die Katholische Kirche wurde durch Frau Irmgard Meiners-Schuth vertreten. Erstmals nahm auch Pfarrer Martin Haßler von der evangelischen Kirche in Vörstetten an der Veranstaltung teil.
Bereits vor der Kapelle wurden alle Gläubigen von einem Drehorgelspieler herzlich empfangen, der bekannte Kirchenlieder spielte.
Nach einem gemeinsamen Eingangsgebet und Grußworten von Pfarrer Herrmann erhielten die Anwesenden einen Einblick in die wechselvolle Geschichte der Ruinen von St. Severin. Ursprünglich katholisch geweiht, wurde sie während der Reformation lutherisch und steht heute symbolisch für Ökumene und das gemeinsame Miteinander in Denzlingen und Umgebung. Bereits seit 1997 finden am Pfingstmontag ökumenische Andachten an diesem Ort statt.
In der diesjährigen Andacht gingen sowohl der Evangelist Sigwarth als auch Pfarrer Herrmann auf das sogenannte „Pfingstwunder” ein. Nach der Ausgießung des Heiligen Geistes begannen die ersten Apostel, in der jeweiligen Sprache der Zuhörer zu predigen. Dadurch wurde das Wort Gottes nach der Sprachverwirrung von Babel wieder für alle zugänglich. Pfarrer Herrmann bezeichnete diesen Übergang als „von der Sprachverwirrung zur Herzensverbindung“.
Im Anschluss trugen drei Gläubige verschiedener Konfessionen Beiträge mit dem Schwerpunkt Frieden vor. Nach den anschließenden Fürbitten, wurden alle Anwesenden eingeladen, einander einen Friedensgruß zu überbringen.
Nachdem das über Konfessionsgrenzen hinweg bekannte Glaubensbekenntnis gemeinsam gesprochen und das Vaterunser gebetet wurde, endete die Andacht mit einer Segensspendung. Zum Abschluss spielte Pfarrer Haßler ein Lied auf der Gitarre und begleitete es musikalisch.
Die Andacht wurde von Masami Nagakura am Piano und dem gemischten Chor der Neuapostolischen Gemeinde umrahmt.