Mit den Gläubigen aus den südlichen Gemeinden des Kirchenbezirks Freiburg/Offenburg feierte Apostel Martin Schnaufer am Sonntag, den 17.11.2024 in der Kirche in Freiburg einen gemeinsamen Gottesdienst.
Er legte diesem ein Bibelwort aus 1. Korinther 10 Vers 13 zu Grunde: Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr’s ertragen könnt.
Gleich zu Beginn seiner Predigt griff der Apostel das vom gemischten Chor vorgetragene Lied mit dem Titel „In’s Wasser fällt ein Stein“ auf. Der Liedtext beschreibt die Wirkung eines Steinwurfs in ein Gewässer: Auf der Wasseroberfläche bilden sich konzentrische Kreise, die sich unaufhaltsam und sehr weit ausbreiten. „Kleine Ursache – große Wirkung“ – so fasste der Apostel einen solchen Steinwurf prägnant zusammen. Ähnlich habe es sich mit dem Wirken des Apostels Paulus damals in Korinth und andernorts verhalten: Seine damalige Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi, der frohen Botschaft, habe weite Kreise gezogen, die bis heute auf der ganzen Welt Widerhall fänden und nachwirkten. Aus kleinsten Anfängen sei so sichtbar Großes geworden. So könne auch ein einzelner Gottesdienst, eine einzelne Begegnung mit einem anderen Menschen ein Beginn für Großes sein. Dabei sei es wichtig, nicht menschliche Maßstäbe anzulegen, wenn es um Göttliches gehe: Gerade dann, wenn uns göttliches Handeln unscheinbar, wenig spektakulär erscheine und nicht unseren Erwartungen und Hoffnungen entspreche, lasse sich im späteren Rückblick doch erkennen, welche weitreichende und große Wirkung aus kleinen Anfängen erwachsen sei. Beispielhaft führte der Apostel die sogenannte Speisung der Fünftausend an: Als Jesus angesichts der wenigen vorhandenen Fische und Brote ein Gebet sprach, seien nicht plötzlich tausende Fische und Brote vor den Jüngern gelegen. Es habe sich auf den ersten Blick schlicht nichts getan, nichts hatte sich verändert. Aber als die Jünger dann im Auftrag Jesu damit begonnen hätten, die Fische und Brote auszuteilen, sei es immer mehr geworden, sodass am Ende sogar noch etwas übrigblieb.
Das Wirken Gottes zeigte sich damals also erst im gläubigen Tun der Jünger. Ihr Handeln im Vertrauen auf Jesu Wort war gefragt. Der Apostel empfahl deshalb der Gemeinde, die ausgestreckte Hand Gottes zu ergreifen, den ersten Schritt auf Gott hin zu tun – dann werde auch in heutiger Zeit erlebbar, dass aus wenig viel werden kann.
Im Hinblick auf das verwendete Bibelwort führte der Apostel an, dass sich aus menschlicher Überlegung heraus die Sorge ergeben könne, dass die eigene Kraft zu gering sein könnte, um im Auftrag Gottes aktiv zu werden. Wenn es sich aber um einen göttlichen Auftrag handele, dann gebe Gott aufgrund seiner Treue auch das nötige Können und die notwendige Kraft. Diese Treue Gottes sei unumstößlich, weil sie Teil seines göttlichen Wesens sei. So könne auch unsere „kleine Kraft“ durch den Blick auf Jesus Christus Großes bewirken.
In einem weiteren Wortbeitrag wies Florian Kopp, Bezirksvorsteher des Kirchenbezirkes Freiburg/Offenburg, auf die Gefahr hin, unscheinbare aber wirksame Kleinigkeiten zu übersehen, weil man stattdessen ein „Feuerwerk“ erwarte. So sei beispielsweise die Feier des Heiligen Abendmahls äußerlich wenig spektakulär, greife aber tief in unser Seelenleben ein: Denn Gott schenke uns im Abendmahl die Kraft, Böses zu überwinden. Auch begegne uns Gott immer wieder in anderen Menschen und lege dadurch Kraft in die Gemeinschaft, wie sie zum Beispiel in einer Gemeinde erlebbar sei. Er forderte die Gläubigen dazu auf, in ihrem Umfeld auch weiterhin zu zeigen: Gott kann Großes aus kleinen Anfängen schaffen!
In diesem Gottesdienst empfingen sechs Kleinkinder durch den Apostel das Sakrament der Heiligen Versiegelung und bekamen so Gabe Heiligen Geistes übermittelt. Als weitere Amtshandlung nahm der Apostel gegen Ende des Gottesdienstes noch die Ordination einer Diakonin für die Gemeinde Freiburg vor.