Die nördlichen Gemeinden des Kirchenbezirks Freiburg/Offenburg feierten mit Apostel Martin Schnaufer einen gemeinsamen Gottesdienst mit allen drei Sakramenten, zwei Ruhesetzungen und der Ordination einer Diakonin.
Für den Gottesdienst in der Gemeinde Offenburg am Sonntag, den 9. März 2025, stellte Apostel Schnaufer das Bibelwort aus Römer 6, Vers 22 in den Mittelpunkt: „Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben.“
"Fürchte dich nicht, er ist nahe", bezog sich Apostel Schnaufer auf das vom Chor vorgetragene Lied "Brauchst du Kraft bei Ihm ist Stärke". Er sprach davon, dass Gott uns immer nahe sei, auch in den schwierigsten Momenten des Lebens. Die beiden Bibelstellen "Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir" (Psalm 139, Vers 5) und "Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler" (Jesaja 40, Vers 31) machen deutlich, dass Gott uns von allen Seiten umgibt und uns die nötige Kraft gibt, wenn wir auf ihn vertrauen.
Apostel Schnaufer führte weiter aus, wie wichtig es sei, im Glauben aktiv zu werden. Der Glaube an Gott fordere uns auf, Schritte zu gehen, auch wenn es unvernünftig erscheine oder wir Zweifel hätten. Er verwies auf biblische Beispiele wie die Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis (Apostelgeschichte 12) oder die Speisung der 5000 (Johannes 6), bei denen Gott seine Kraft nicht allein durch Wunder, sondern durch den Glauben und das Handeln von Menschen gezeigt habe.
Die Bedeutung der Freiheit von der Sünde
Durch das Opfer Jesu Christi habe jeder von uns die Möglichkeit, von der Sünde befreit zu werden. Diese Befreiung sei kein einmaliger Akt, sondern der Beginn eines Heiligungsprozesses, der mit der Taufe und der Wiedergeburt aus Wasser und Geist beginne. Es ist eine grundlegende Veränderung des Lebens, bei der die „alte Kreatur“ stirbt und die „neue Kreatur“ in uns geboren wird. Diese Veränderung ist nicht einfach eine Verbesserung des alten Lebens, sondern eine völlige Neugestaltung unseres Seins.
Apostel Schnaufer sprach auch über die Bedeutung des Wortes "Sklaverei" in der Bibel. Damals war Sklaverei weit verbreitet und symbolisierte eine scheinbar unaufhebbare Abhängigkeit. Paulus überträgt diesen Begriff jedoch auf die Beziehung zu Gott. Der Mensch kann sich nicht selbst aus der Knechtschaft der Sünde befreien, aber durch Jesus Christus wird diese Freiheit möglich. Der Gläubige ist also nicht mehr „Knecht der Sünde“, sondern „Knecht Gottes“, und seine Frucht besteht darin, heilig zu werden und in Gemeinschaft mit Gott zu leben.
Heiligung als Prozess
Der Weg der Heiligung sei nicht einfach, führe aber zum ewigen Leben. Heiligung bedeute, dass unser Leben immer mehr dem Willen Gottes entspreche. Dabei gehe es nicht um die Erfüllung von Gesetzen aus Pflichtgefühl, sondern um die Gemeinschaft mit Gott. Wie Jesus Gott aus Liebe gehorcht habe, so sollten auch wir seine Gebote aus Liebe und innerer Überzeugung halten. Diese Heiligung sei eine ständige Verwandlung, die durch den Heiligen Geist in uns geschehe.
Abschließend betonte Apostel Schnaufer, dass das Ziel unseres Glaubens das ewige Leben sei. Der Weg dorthin beginnt mit der Wiedergeburt aus Wasser und Geist und führt über die Heiligung zu einer immer tieferen Gemeinschaft mit Gott. Diese Gemeinschaft befreit uns von der Sünde und lässt uns als neue Geschöpfe leben, die das Wesen Christi in sich tragen.
Vor der Feier des Heiligen Abendmahls spendete Apostel Schnaufer einem Kind das Sakrament der Heiligen Wassertaufe. Anschließend empfingen sieben Kinder und drei Erwachsene das dritte Sakrament der Neuapostolischen Kirche, die Heilige Versiegelung.
Im gemeinsamen Gottesdienst für die Gemeinden Herbolzheim, Kehl, Lahr, Offenburg und Renchen setzte Apostel Schnaufer zwei Priester der Gemeinden Lahr und Herbolzheim in den Ruhestand und ordinierte eine Diakonin für die Gemeinde Lahr.